Eine Liebeserklärung an die Baumreihe in Zeiten der Überhitzung
Geführte Erkundung
Sa, 30. Mai 2026 | 15:00–18:00 Uhr
Im Rahmen der Architekturtage 2026 laden ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich und die ÖGLA – Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur zu einer geführten Erkundung ein. Es führt Sonja Schwingesbauer, Pflanz- und Biodiversitätsplanerin sowie erfolgreiche Autorin für naturnahes Gärtnern und Alleen-Expertin. Gemeinsam begeben wir uns auf die Spur der Baumreihe – als kulturelles Erbe, ökologische Struktur und klimaresilientes Zukunftselement.
Ob als Allee oder Halballee, ob schnurgerade durch die Landschaft geschnitten oder als geschwungene Begleiterin von Straßen und Wegen – Baumreihen sind weit mehr als ein ästhetisches Gestaltungselement. Sie sind lebendige Infrastruktur. Sie spenden Schatten, filtern Staub, dämpfen Lärm, leiten den Wind und schenken Orientierung. Sie bieten Lebensraum für Vögel, Insekten, Moose und Pilze. Kurz: Sie sind Biotope im Linienformat. Wie etwa die Lindenallee bei Ladendorf im Weinviertel: 1722 gepflanzt, mit vier Kilometern Länge eine der größten Europas.
Ein Blick zurück – und nach vorn
Historisch waren Alleen mehr als repräsentative Inszenierungen. Ob barocke Prachtallee, Obstbaumreihe entlang eines Feldwegs oder klassische Straßenallee aus Linden, Eichen oder Platanen. Sie wurden bewusst gepflanzt, um Wege zu betonen, Orte zu verbinden und Reisenden Schutz zu bieten. Praktisch und visionär zugleich.
Heute ist ihr Bestand vielerorts bedroht. Straßenbau, Intensivierung der Landwirtschaft, Zersiedelung oder schlicht planerische Unsichtbarkeit haben zahlreiche Baumreihen verschwinden lassen. Zu oft stehen sie im Weg und zu selten im Fokus.
Und doch zeichnet sich ein Comeback ab. Immer mehr Städte und Gemeinden erkennen den Wert der Baumreihen für Stadtklima, Biodiversität, Lebensqualität und aktive Mobilität. Neue Pflanzinitiativen entstehen. Mit historischem Bewusstsein oder mit zukunftsorientierten, hitzetoleranten Arten wie Ulmen, Amberbäumen oder Zürgelbäumen. Auch der Obstbaum erlebt mancherorts eine leise Renaissance als Straßenbegleiter.
Warum Alleen eine Bühne brauchen
Alleen sind kein nostalgisches Relikt. Sie sind ein Zukunftsmodell für klimaresiliente Infrastruktur. Ihre lineare Pflanzung ist effizient: maximale Wirkung auf minimalem Raum. Sie schaffen Verbindungen zwischen Orten, zwischen Landschaften, zwischen Mensch und Natur. Ob in der Stadt, am Land oder entlang von Gewerbegebieten: Ein Weg mit Bäumen ist ein anderer Weg.
Anmeldung
Die Teilnahmegebühr beträgt 10 € und umfasst sowohl die Führung als auch die Nutzung eines professionellen voice2go-Headsets. Wir empfehlen, einen geeigneten Regenschutz mitzubringen.
Anmeldungen sind bis spätestens 27. April 2026 unter office@orte-noe.at erforderlich.
Beitragsbild: © Heidrun Schloegl





















